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Amateur-Funkruf – Was ist das ?
Der Amateur-Funkrufdienst besteht aus einer derzeit nicht flächendeckenden Einrichtung
einzelner Funkrufsender, die auf der einheitlichen Frequenz 439,9875 MHz Funkrufe in
der Modulation 2-FSK mit 4kHz Hub und 1200 bit/s im POCSAG Radio Paging Code 1
aussenden. Diese Funkrufsender werden über ein Netz von sogenannten Funkruf-
Mastern (Linux-PCs) ferngesteuert.
Die Funkrufe können mit ausgemusterten batteriebetriebenen ehemals kommerziellen
Funkrufempfängern wie auch mit FM-Empfängern und geeigneter Dekodiersoftware
empfangen und ausgewertet werden.
Amateur-Funkruf - Wozu kann man das benutzen ?
Funkrufe erfüllen generell folgende Funktionen:
- Übermittlung von persönlichen Nachrichten als Textbotschaften an einen einzelnen Empfänger
- Übermittlung von persönlichen Nachrichten an eine Gruppe von Empfängern (Gruppenruf)
- Übermittlung von allgemeinen Nachrichten in einer "abonnierbaren" Rubrikenstruktur
dazu ein paar Beispiele für persönliche Nachrichten:
- Übermittlung einer Textbotschaft von einem Funkamateur an einen anderen
- Übermittlung von Club- und Ortsverbands-Infos als Gruppenrufe
- Allgemeine Mitteilungen zu Aktuellem oder zum OV-Leben auch an noch nicht lizenzierte Funkfreunde
z.B. im Rahmen von Amateurfunklehrgängen
- automatische Mailbenachrichtigungen über eingetroffene Mails in der PR-Mailbox
- AURORA-Warnmeldungen
- Automatische Unwetterwarnungen anhand auswertbarer Klimadaten
Die allgemeinen Nachrichten (Broadcasts) können insgesamt 95 verschiedenen Themenrubriken umfassen, aus denen für
jeden Empfänger neben 3 Pflichtrubriken bis zu 17 Rubriken zum Empfang ausgewählt werden können, auch hier einige
Beispiele aus dem aktuellen weitgehend einheitlichen Rubrikenangebot:
- DX-Cluster-Meldungen sortiert nach KW, 50MHz, UKW
- Wetterberichte verschiedener Wetterstationen
- Distrikts- und OV-Meldungen
- Hinweise auf lokale und regionale Aktivitäten
- Hinweise auf lokale und regionale Relais, OV-Runden, Digipeater
- Infos zu allerlei Betriebsarten
- Statusmeldungen von Relaisfunkstellen/Digipeatern/Linkstrecken
- Statistikinformationen zum Funkrufsystem selber
- u.v.m.
Amateur-Funkruf - Welche Ausrüstung brauche ich als Benutzer ?
Empfehlenswert ist die Anschaffung eines gebrauchten Funkrufempfängers vom Typ SKYPER in den Typen 1, 2A, 2B oder
2C. Die Hardware ist hier immer identisch, lediglich die interne Software unterscheidet sich ein wenig, aber eigentlich sind
alle Typen verwendbar.
Sofern es sich nicht bereits um einen schon für Amateurfunk umgebauten SKYPER handelt, muss dieser von seiner
ursprünglichen Empfangsfrequenz um 466 MHz auf die Amateurfunkfrequenz umgebaut werden. SKYPER
Funkrufempfänger sind relativ einfach zu modifizieren (wenngleich es keine Erfolgsgarantie gibt).
- Quarz wechseln
- SAW-Filter auslöten und überbrücken
- Oszillatorkreis und Antennenkreis mit einem Testsignal neu abgleichen (Trimmkondensatoren)
Als einziger Funkrufempfänger ermöglicht der SKYPER den Empfang von persönlichen UND allgemeinen Nachrichten.
Zudem hat er ein großes 4-zeiliges LCD-Display. Die Batterie (1x Mignon AAA Alkali) hält ca. 4-6 Wochen.
Alternativ kann man mit einem PC und Soundkarte bzw. AS296-Modem oder einem anderen Interface FSK-Signale von
einem FM-Empfänger auswerten und so den gesamten Funkrufverkehr monitoren.
Amateur-Funkruf - Woher bekomme ich einen SKYPER ?
Hin und wieder werden im Rahmen von Bastelprojekten umgebaute SKYPER oder die begleitete Umbauaktion selber
angeboten. Häufig findet man SKYPER bei Internetauktionen zu Preisen von ca. 10-20 EU. Ein Quarz wäre als Einzelstück
z.B. bei Quarz-Technik zu bekommen, es lohnt sich, Sammelbestellungen zu machen oder daran teilzunehmen.
Amateur-Funkruf - Was brauche ich zum Betrieb eines Senders ?
Der Informationsaustausch der Funkrufsender geschieht über das Packet Radio Netz, so dass es sinnvoll ist, an einen
vorhandenen Digipeater einen Funkrufsender anzuschließen. Dann braucht man mindestens folgendes:
- FSK-fähigen Sender, dieser sollte 1200bps FSK gut übertragen. Es eignen sich Quarzgeräte, manchmal auch
modifizierte Betriebsfunkgeräte und besonders ausgemusterte Funkruf-Steuersender aus dem Miniruf-Netz (Quix), die
ursprünglich auf 448MHz gesendet haben, für den Ericsson Compact9000 gibt es Umbauanleitungen, der Sender
arbeitet sehr gut, macht max. 20W und perfekte FSK. Nachteil: 24V/3A bei getastetem Sender, 1A im Ruhezustand.
- RPC Radio Paging Controller, das ist eine Steuerplatine 160x100mm, die das Interface zwischen FSK-Sender und
einer Eingabeschnittstelle z.B. 19200bps KISS darstellt. Diese wird zwischen den Funkrufsender und einer RMNCKISS-
Karte (oder einem XNET/TNC4 ser.Port) geschaltet und ermöglicht damit den Anschluss an einen Digipeater.
Auch den Anschluss ein einen TNC3/4 HSKISS-Port ist möglich – RPCs gibt es als Bausatz für ca. 65€.
- Digipeater RMNC/FlexNet oder TNC3/XNET bzw. TNC4/XNET oder PC/XNET hat sich als praktisch erwiesen, evtl.
gehen auch andere Kombinationen, jedenfalls ist eine Schnittstelle zum RPC erforderlich.
- Geeignete Antenne für 439,9875 MHz, mit der man möglichst viele User (mit den ja nicht sooooo empfindlichen
Skypern) erreichen kann.
- Stromversorgung für alle Baugruppen, Antennenkabel, naja und sicher irgendwelche Montagematerialien.
- Zuteilung oder Zuteilungserweiterung für den neuen Funkrufsender :)
- Verbindung zu einem Funkruf-Master. Das ist die Software, die die Eingabeschnittstelle für den Benutzer bildet und
die die Funkrufsender selbst konfiguriert und mit den Sendedaten beliefert. Häufig ist ein Funkruf-Master bei einem
benachbarten Digipeater „ansässig“, an dem man dann durch Absprache mit dem dortigen Sysop seinen Funkrufsender
anbinden kann. Denkbar ist natürlich auch die Einrichtung eines "eigenen" Masters, der aber mit den Nachbarsystemen
koordiniert und zeitsynchronisiert werden muss(!). Die Funkruf-Master-Software läuft typischerweise auf einem LinuXPC
und benötigt einen PR-Zugang für die Verbindung zu den einzelnen angebundenen Funkrufsendern (Slaves).
Nun können nicht alle Details auf diesem Blatt erklärt und nicht alle Fragen vorab beantwortet werden. Aber Hilfe bei Fragen
und Problemen zum Betrieb von und mit DBØSAT gibt es bei den Betreuern: DG1HT TECHNIK
DK7XD Pager Anmeldung und alle Anfragen
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